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Dennoch scheinen diese gewerkschaftlichen Perspektiven schwer auf den Bereich der Tarifverhandlungen und spezifischer Initiativen zu übertragen. Die Situation in Österreich kann als Beispiel für die Geschehnisse in mehreren Ländern herangeführt werden: Obwohl die Einzelhandelsgewerkschaften spezielle Gender Mainstreaming-Pläne zur Intensivierung ihrer geschlechterbezogenen Politik gebilligt haben – was beispielsweise bedeutet, dass alle Tarifverträge in ihrem eigenen Bereich auf Klauseln geprüft werden, die Frauen in Bezug auf Bezahlung oder beruflichen Status diskriminieren -, werden die tatsächlichen Auswirkungen solcher Pläne auf die Arbeitsbeziehungen als kaum wahrnehmbar bezeichnet. Diese Situation steht in gewissem Maße im Zusammenhang mit dem Verhalten der österreichischen Arbeitgeber: Rhetorik, die von der Unternehmensleitung vorangebracht wird, führt selten zu wirksamen positiven Aktionsplänen zur „Stärkung“ von Frauen. Auch wenn praktisch alle österreichischen Tarifverträge Gleichstellungsklauseln enthalten, in der Regel prominent, neigen sie lediglich dazu, den allgemeinen Grundsatz der Gleichbehandlung im Arbeitsleben, der von der Rechtsprechung entwickelt wurde, zu wiederholen und nicht weiter zu gehen. Unternehmen mit bundesweiten Betrieben oder über 800 Mitarbeitern müssen über eine Shop Steward-Organisation verhandeln, um die lokale Interaktion zu erhöhen. Der Tarifvertrag legt ein Minimum an zu erörternden Fragen fest. Quelle: EIRO. Die vollständigen Namen der aufgeführten Gewerkschaften sind im Anhang zu dieser Studie aufgeführt. In Zypern, Malta und dem Vereinigten Königreich ist das Unternehmen die einzige Verhandlungsebene im Einzelhandel (obwohl Die Verhandlungen nur in einem relativ kleinen Teil der Unternehmen stattfinden).

Das Unternehmen ist die wichtigste Verhandlungsebene in Frankreich, Ungarn und Lettland, obwohl es auf Sektorebene Verhandlungen oder Quasi-Verhandlungen gibt (siehe oben). Die Verhandlungen auf Unternehmensebene sind zwar nicht dominant, finden aber in gewissem Maße auch in allen anderen Ländern außer Österreich und Griechenland statt. Einige größere Einzelhändler unterliegen in Deutschland, den Niederlanden und Spanien ihren eigenen Tarifverträgen anstelle des Branchenvertrags. Die Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene finden im Rahmen der Verhandlungen auf höherer Ebene in Belgien, Bulgarien, Dänemark (wo die Abdeckung lückenhaft ist), Finnland, Italien (wo die jeweiligen Rollen der sektoralen und betrieblichen oder territorialen Verhandlungen sehr klar abgegrenzt sind), Norwegen, der Slowakei und Schweden statt.