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Mit der Vereinbarung soll sichergestellt werden, dass Arbeitnehmer, die im Lebensmittel- und Warenliefersektor beschäftigt sind (ein Beruf, der zunehmend vom Markteintritt plattformbasierter Unternehmen betroffen ist), unter die von der NCBA festgelegten Beschäftigungsbedingungen fallen. Insbesondere kamen die Parteien überein, die NCBA-basierte Klassifizierung der Berufe anzupassen und bis März 2018 Regeln für Aspekte der Arbeitszeit und des Lohnniveaus für diese Kategorie von Arbeitnehmern festzulegen. Das NCBA ermöglicht auch die Nutzung von Bereitschaftsverträgen in der Branche – eine Art Arbeitsvertrag, der ein hohes Maß an Flexibilität bei der Höhe und Zuweisung von Arbeitszeitermöglicht. Verdi setzt sich dafür ein, tariflich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu sichern und zu gestalten. [47] In der Vergangenheit plädierte Verdi mehrfach für die Aufrechterhaltung der Tarifeinheit und behauptete, sie unterstütze die Durchsetzungskraft des Personals und die Akzeptanz von Tarifverhandlungen. [48] Verdi wies alle Versuche zurück, das Streikrecht der Beschäftigten zu ändern, und kündigte an, gegen entsprechende gesetzliche Beschränkungen vorgehen zu wollen, auch wenn es fälle vor dem Bundesverfassungsgericht einleiten werde. [49] [50] Im Rahmen der Tarifpolitik setzt Verdi vor allem auf die Gleichstellung von Männern und Frauen. [51] Gender Mainstreaming spielt zusätzlich eine Rolle, wenn es um die Zusammensetzung des gewerkschaftseigenen Vorstands geht. [52] Ein weiteres Ziel der Tarifpolitik von Verdi ist es, Löhne und Renten in den alten und neuen Bundesländern in Einklang zu bringen. [53] [54] Sie bestätigt auch frühere Vorschriften, die Kunden verpflichten, den Vertrag zu kündigen, wenn der Auftragnehmer eine andere NCBA anwendet oder Löhne oder Sozialversicherungsbeiträge nicht zahlt. In diesem Fall sieht die Vereinbarung vor, dass die betreffenden Arbeitnehmer vom neuen Auftragnehmer unter den gleichen Beschäftigungsbedingungen wieder eingestellt werden. Das deutsche Arbeitsrecht verpflichtet keinen Arbeitgeber/Reeder, Tarifverträge auf Arbeitnehmer an Bord seiner Schiffe unter deutscher Flagge anzuwenden.

Die Tarifverträge in der deutschen Schifffahrtsindustrie (Manteltarifvertrag See und Heuertarifvertrag See) gelten nur, wenn: Gleichzeitig sind in vielen Großstädten neue Formen der Logistik, die eine just-time-Lieferung über digitale Plattformen, insbesondere die Lebensmittelzustellung, gewährleisten, entstanden. Diese Veränderungen haben sich nachteilig auf die Beschäftigung und die Arbeitsbeziehungen ausgewirkt. Kritiker warfen Verdi zudem vor, sich für Arbeitnehmerrechte und faire Löhne in der Öffentlichkeit stark zu halten, diese Ziele aber intern nicht erreichen zu wollen. Ein Beispiel war die Kantine am Verdi-Hauptsitz in Berlin, die vom internationalen Catering-Unternehmen Sodexo betrieben wurde. Wie in der Branche typisch, schließt Sodexo keine Industrietarifverträge ab, sondern setzt Tarifverträge auf Unternehmensebene ein. [80] Nach Informationen der Neuen Ruhr Zeitung lagen die Löhne der Beschäftigten der Mitverdi eng mit Verdi verbundenen Arbeitnehmerakademie (DAA) unter dem Satz, den Verdi mit Konkurrenten wie der AWO oder der Diakonie ausgehandelt hatte. [81] Auch die Aktionen von Verdi während der Streiks stehen immer wieder in der Kritik, wobei in einigen Berichten behauptet wird, dass die Beschäftigten in Einzelfällen zum Streik gezwungen wurden, was die Gewerkschaft bestritt. [82] Kritiker bezeichnen auch mehrere von Verdi organisierte Streiks als unverhältnismäßig. [83] [84] Am 3. Dezember 2017, zwei Jahre nach ihrem Auslaufen, erneuerten branchenspezifische Sozialpartnerorganisationen die NCBA für Logistik-, Güterverkehrs- und Warenlieferaktivitäten, die rund 700.000 Mitarbeiter umfassen und bis zum 31. Dezember 2019 in Kraft bleiben.